Global Portfolio One: der Fonds von Andreas Beck im Check
Das Global Portfolio One ist der Fonds von Andreas Beck: ein weltweites Aktienportfolio, das rund ein Fünftel seines Vermögens als Reserve hält und diese in Krisen planmäßig in Aktien umschichtet. Dieser Artikel zeigt, wie der Fonds aufgebaut ist, was er kostet und wie du ihn in Österreich KESt-frei besparen kannst.
Konzept: Weltportfolio mit Investitionsreserve
Das Global Portfolio One ist kein ETF, sondern ein OGAW-Investmentfonds, der selbst in ETFs investiert. Aufgelegt wurde er am 13. November 2019, verwaltet wird er von der LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft in Wien. Das Konzept stammt von Andreas Beck.
Den Aktienteil bildet der Fonds über physisch replizierende Aktien-ETFs für einzelne Regionen und Länder ab, große wie kleine Unternehmen, laut Anbieter über 8.800 Titel. Die Regionen werden dabei nicht rein nach Marktkapitalisierung gewichtet, sondern nach einem Gleichwertprinzip, das Bewertungsunterschiede zwischen den Märkten ausgleicht. Den Rest hält der Fonds als Investitionsreserve, 2025 vor allem in Schweizer und europäischen Anleihen sowie in Gold.
Wie groß dieser Rest ist, entscheidet nicht der Markt, sondern das Regime. Der Rechenschaftsbericht nennt drei Stufen:
- Normalregime: bis 80 % Aktienquote, rund 20 % Investitionsreserve.
- Eigenkapitalknappheit: bis zu 90 % Aktienquote, die Reserve wird zur Hälfte investiert.
- Krisenregime: Vollinvestition in Aktien, die Reserve ist aufgebraucht.
Steigt der Stress an den Märkten, wandert die Reserve also in Aktien, und zwar zu gefallenen Kursen. Beruhigt sich die Lage, wird sie wieder aufgebaut. Ausgelöst wird der Wechsel von Risikokennzahlen und nicht von einer Meinung darüber, wohin die Börse als Nächstes läuft.
| ISIN | AT0000A2B4T3 (R) (T) |
|---|---|
| Rechtsform | OGAW-Investmentfonds, kein ETF |
| Fondsgesellschaft | LLB Invest KAG, Wien |
| Konzept | Andreas Beck |
| Auflage | 13.11.2019 |
| Ertragsverwendung | thesaurierend |
| Fondswährung | Euro |
| Laufende Kosten | 0,70% p.a. |
| Ausgabeaufschlag | keiner |
| Fondsvermögen | 920 Mio. Euro (31.12.2025) |
Andreas Beck: Konzept statt Verwaltung
Andreas Beck ist Diplom-Mathematiker und promovierte 1999. 2009 gründete er das Institut für Vermögensaufbau in München und war bis 2018 dessen Vorstandssprecher; dort bewertete er Portfolios und Risikomodelle für institutionelle Anleger. Bekannt wurde sein Ansatz einem breiteren Publikum vor allem über diverse Auftritte in bekannten YouTube-Kanälen und über das Buch „Erfolgreich wissenschaftlich investieren“.
Verwaltet wird der Fonds allerdings nicht von ihm, sondern von der LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft, Verwahrstelle ist die Liechtensteinische Landesbank (Österreich). Das Fondsvermögen ist Sondervermögen und haftet nicht für Verbindlichkeiten der Fondsgesellschaft. Beck steht für das Konzept, die operative Verwaltung liegt bei der Kapitalanlagegesellschaft.
Investitionsreserve: Preis und Nutzen
Die Reserve ist der Kern des Konzepts und zugleich der Teil, der am meisten Erklärung braucht. In ruhigen Märkten liegen rund 20 % des Fondsvermögens in Anleihen und Gold statt in Aktien. Dieser Anteil verdient auf lange Sicht weniger als der Aktienteil, und genau das ist der Preis dafür, in einer Krise handlungsfähig zu sein.
Wenn die Kurse fallen, wird diese Investitionsreserve schrittweise in die gefallenen Aktien investiert. 2025 war dafür ein Musterfall: Der Fonds startete im Normalregime mit rund 80 % Aktien, nutzte den scharfen Einbruch nach der Zollankündigung von Donald Trump Anfang April für eine Erhöhung auf 90 % und schaltete im Herbst wieder zurück, als sich die Risikokennzahlen und die Märkte erholt hatten. Der Rechenschaftsbericht hält fest, dass der Fonds den Einbruch mit der anschließenden Erholung damit nutzen konnte.
Damit die Rechnung dauerhaft aufgeht, müssen genügend solcher Einbrüche in deine Anlagedauer fallen und tief genug sein. Bleiben sie aus, kostet die Reserve über Jahre Rendite, ohne dafür etwas zurückzugeben. Das ist keine Kritik am Modell, sondern seine Bedingung: Die Kosten der Reserve sind sicher, ihr Mehrwert ist es nicht.
Kosten: 0,70 % pro Jahr
Die laufenden Kosten betragen 0,70 % pro Jahr. Darin sind die Kosten der ETFs, die der Fonds hält, bereits enthalten: Der Anbieter rechnet selbst mit rund 0,45 Prozentpunkten für die Verwaltung und rund 0,25 Prozentpunkten für die enthaltenen Fonds. Einen Ausgabeaufschlag und eine erfolgsabhängige Gebühr gibt es nicht.
Der Vergleichsmaßstab ist ein weltweit gestreutes passives ETF-Portfolio, abgebildet durch einen Welt-ETF wie den Vanguard FTSE All-World oder durch eine Mischung aus einem MSCI-World-ETF und einem MSCI-Emerging-Markets-ETF im Verhältnis 90:10. Diese Portfolios kosten rund 0,18 % pro Jahr. Der Aufschlag von rund 0,52 Prozentpunkten fällt jedes Jahr an, unabhängig davon, ob die Reserve-Mechanik in diesem Jahr etwas beiträgt.
Steuerhebel: ausschüttungsgleiche Erträge
Der Fonds thesauriert, er schüttet also nichts aus. Trotzdem versteuerst du ihn im Depot jedes Jahr: Als Meldefonds meldet er der OeKB seine ausschüttungsgleichen Erträge, und darauf fallen 27,5 % KESt an, obwohl du keinen einzigen Anteil verkauft hast.
Wie hoch diese Erträge ausfallen, hängt daran, wie viel der Fonds im Jahr realisiert. Und hier trifft die Regime-Steuerung auf das Steuerrecht: Jedes Umschalten verkauft Anleihen und kauft Aktien oder umgekehrt, und jeder Verkauf mit Gewinn ist ein realisierter Gewinn. 2025 hat der Fonds den größten Teil seines Wertzuwachses tatsächlich realisiert: 79 % des Jahresergebnisses stammten aus verkauften Positionen, nur der Rest waren reine Buchgewinne.
In der Steuermeldung sieht das für einen Privatanleger so aus:
| Ausschüttungen | 0,0000 |
|---|---|
| Ausschüttungsgleiche Erträge (27,5% KESt) | 8,5946 |
| davon aus realisierten Kursgewinnen | 6,3445 |
| Abgeführte KESt | 2,1915 |
| Korrektur der Anschaffungskosten | +6,1642 |
Der Anteilswert lag zum Jahresende bei 165,19 Euro. Die 2,19 Euro KESt je Anteil sind damit 1,33 % des Fondswerts, fast das Doppelte dessen, was der Fonds selbst an laufenden Kosten verrechnet. Die Korrektur der Anschaffungskosten sorgt im Gegenzug dafür, dass dieselben Gewinne beim späteren Verkauf nicht noch einmal besteuert werden: Der Fonds hat keinen Steuernachteil eingebaut, im Depot zieht er die Besteuerung nur vor, und genau dieses Vorziehen kostet Zinseszins.
2025 war dabei ein außergewöhnliches Jahr, weil die Mechanik zweimal geschaltet hat. Im ruhigen Jahr 2024, das der Fonds durchgehend im Normalregime verbracht hat, lag die KESt bei 0,32 % des Anteilswerts. Über die letzten fünf Jahre waren es im Schnitt rund 0,8 % pro Jahr, und die Spanne zeigt, wie stark das schwankt.
In der Nettopolizze gibt es diese jährliche Belastung nicht. Auf deine Erträge fällt keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung. Was der Fonds im Inneren umschichtet, bleibt ohne Steuerfolge, und das Geld, das im Depot jedes Jahr ans Finanzamt gegangen wäre, bleibt investiert.
Verfügbarkeit: Nettopolizze der ÖBV
Das Global Portfolio One bekommst du über jede Bank und jeden Broker ins Depot. In Österreich steht es zusätzlich in der Fondsliste der ÖBV, und zwar in beiden fondsgebundenen Tarifen: FOML-M für den Sparplan und FONE-M für den Einmalerlag.
Fondslisten sind nicht in Stein gemeißelt: Die Versicherer erweitern und überarbeiten sie laufend. Den aktuellen Stand siehst du in der Fondsliste auf der Anbieterseite der ÖBV; gelistet ist die Retail-Tranche (R) (T).
Welcher der beiden Tarife greift, ist dabei keine Geschmacksfrage, sondern hängt an deiner Einzahlungsform. FOML-M ist der Sparplan mit monatlichem Beitrag, FONE-M der Tarif für die einmalige Anlage, in den du später zuzahlen kannst. Beide sind im Vergleich gelistet und direkt abschließbar.
Weil das Global Portfolio One derzeit nur die ÖBV führt, bleibt nach der Fondsauswahl auch nur dieser eine Anbieter stehen. Der Rechner zeigt dir dann das projizierte Endkapital nach Kosten und Steuern für deine Eingaben. Mit welchen Annahmen er das tut, legen wir in der Rechenmethodik offen.
Allokation: was in die Polizze gehört
Die Versicherungssteuer von 4 % fällt auf jede Einzahlung an, unabhängig davon, was das Geld später verdient. Sie rechnet sich über die ersparte KESt, und die fällt umso größer aus, je höher der erwartete Ertrag der Anlage ist. Daraus folgt ein einfaches Prinzip: In die Polizze gehört der Teil des Portfolios mit dem höchsten Erwartungswert, der risikoarme Teil ist im Depot besser aufgehoben.
Beim Global Portfolio One lässt sich das nicht trennen, weil die Reserve im Fonds eingebaut ist. Wer die Strategie will, nimmt sie mit und zahlt die Versicherungssteuer auch auf den Teil, der konstruktiv wenig verdienen soll. Dagegen steht, dass gerade dieser Fonds durch seine Umschichtungen viel Steuer im Depot auslöst, die in der Polizze wegfällt.
Beide Effekte gehören zusammen betrachtet, und ihr Verhältnis hängt an der Laufzeit: Die Versicherungssteuer fällt einmal auf die Einzahlung an, die ersparte KESt wirkt in jedem Jahr, das du investiert bleibst. Für Geld, das du in wenigen Jahren wieder brauchst, passt eine Nettopolizze ohnehin nicht, die Details dazu stehen im Artikel zu Flexibilität und Auszahlung.
Quellen: Basisinformationsblatt und geprüfte Rechenschaftsberichte 2024 und 2025 der LLB Invest KAG zum GlobalPortfolioOne; Factsheet und Angaben des Anbieters auf globalportfolio-one.com; Jahresmeldung vom 20.04.2026 aus dem Fondsdatenservice der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB); InvFG 2011 (§ 186 Abs. 2 Z 1, § 58 Abs. 2); EStG 1988 (§ 27a); VersStG 1953 (§ 5 Abs. 5).
Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Die steuerliche Behandlung hängt von deinen persönlichen Verhältnissen ab und kann sich ändern; die gemeldeten Steuerwerte der Vergangenheit sind keine Prognose für künftige Jahre.