Global Portfolio One: der Fonds von Andreas Beck im Check

Alex Stiglitzvon Alex Stiglitz
Stand: 10.08.2026

Das Global Portfolio One ist der Fonds von Andreas Beck: ein weltweites Aktienportfolio, das rund ein Fünftel seines Vermögens als Reserve hält und diese in Krisen planmäßig in Aktien umschichtet. Dieser Artikel zeigt, wie der Fonds aufgebaut ist, was er kostet und wie du ihn in Österreich KESt-frei besparen kannst.

Konzept: Weltportfolio mit Investitionsreserve

Das Global Portfolio One ist kein ETF, sondern ein OGAW-Investmentfonds, der selbst in ETFs investiert. Aufgelegt wurde er am 13. November 2019, verwaltet wird er von der LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft in Wien. Das Konzept stammt von Andreas Beck.

Den Aktienteil bildet der Fonds über physisch replizierende Aktien-ETFs für einzelne Regionen und Länder ab, große wie kleine Unternehmen, laut Anbieter über 8.800 Titel. Die Regionen werden dabei nicht rein nach Marktkapitalisierung gewichtet, sondern nach einem Gleichwertprinzip, das Bewertungsunterschiede zwischen den Märkten ausgleicht. Den Rest hält der Fonds als Investitionsreserve, 2025 vor allem in Schweizer und europäischen Anleihen sowie in Gold.

Wie groß dieser Rest ist, entscheidet nicht der Markt, sondern das Regime. Der Rechenschaftsbericht nennt drei Stufen:

  • Normalregime: bis 80 % Aktienquote, rund 20 % Investitionsreserve.
  • Eigenkapitalknappheit: bis zu 90 % Aktienquote, die Reserve wird zur Hälfte investiert.
  • Krisenregime: Vollinvestition in Aktien, die Reserve ist aufgebraucht.

Steigt der Stress an den Märkten, wandert die Reserve also in Aktien, und zwar zu gefallenen Kursen. Beruhigt sich die Lage, wird sie wieder aufgebaut. Ausgelöst wird der Wechsel von Risikokennzahlen und nicht von einer Meinung darüber, wohin die Börse als Nächstes läuft.

ISINAT0000A2B4T3 (R) (T)
RechtsformOGAW-Investmentfonds, kein ETF
FondsgesellschaftLLB Invest KAG, Wien
KonzeptAndreas Beck
Auflage13.11.2019
Ertragsverwendungthesaurierend
FondswährungEuro
Laufende Kosten0,70% p.a.
Ausgabeaufschlagkeiner
Fondsvermögen920 Mio. Euro (31.12.2025)
Quellen: Factsheet des Anbieters (PDF), Basisinformationsblatt und geprüfter Rechenschaftsbericht für 2025.

Andreas Beck: Konzept statt Verwaltung

Andreas Beck ist Diplom-Mathematiker und promovierte 1999. 2009 gründete er das Institut für Vermögensaufbau in München und war bis 2018 dessen Vorstandssprecher; dort bewertete er Portfolios und Risikomodelle für institutionelle Anleger. Bekannt wurde sein Ansatz einem breiteren Publikum vor allem über diverse Auftritte in bekannten YouTube-Kanälen und über das Buch „Erfolgreich wissenschaftlich investieren“.

Verwaltet wird der Fonds allerdings nicht von ihm, sondern von der LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft, Verwahrstelle ist die Liechtensteinische Landesbank (Österreich). Das Fondsvermögen ist Sondervermögen und haftet nicht für Verbindlichkeiten der Fondsgesellschaft. Beck steht für das Konzept, die operative Verwaltung liegt bei der Kapitalanlagegesellschaft.

Investitionsreserve: Preis und Nutzen

Die Reserve ist der Kern des Konzepts und zugleich der Teil, der am meisten Erklärung braucht. In ruhigen Märkten liegen rund 20 % des Fondsvermögens in Anleihen und Gold statt in Aktien. Dieser Anteil verdient auf lange Sicht weniger als der Aktienteil, und genau das ist der Preis dafür, in einer Krise handlungsfähig zu sein.

Wenn die Kurse fallen, wird diese Investitionsreserve schrittweise in die gefallenen Aktien investiert. 2025 war dafür ein Musterfall: Der Fonds startete im Normalregime mit rund 80 % Aktien, nutzte den scharfen Einbruch nach der Zollankündigung von Donald Trump Anfang April für eine Erhöhung auf 90 % und schaltete im Herbst wieder zurück, als sich die Risikokennzahlen und die Märkte erholt hatten. Der Rechenschaftsbericht hält fest, dass der Fonds den Einbruch mit der anschließenden Erholung damit nutzen konnte.

Damit die Rechnung dauerhaft aufgeht, müssen genügend solcher Einbrüche in deine Anlagedauer fallen und tief genug sein. Bleiben sie aus, kostet die Reserve über Jahre Rendite, ohne dafür etwas zurückzugeben. Das ist keine Kritik am Modell, sondern seine Bedingung: Die Kosten der Reserve sind sicher, ihr Mehrwert ist es nicht.

Kosten: 0,70 % pro Jahr

Die laufenden Kosten betragen 0,70 % pro Jahr. Darin sind die Kosten der ETFs, die der Fonds hält, bereits enthalten: Der Anbieter rechnet selbst mit rund 0,45 Prozentpunkten für die Verwaltung und rund 0,25 Prozentpunkten für die enthaltenen Fonds. Einen Ausgabeaufschlag und eine erfolgsabhängige Gebühr gibt es nicht.

Der Vergleichsmaßstab ist ein weltweit gestreutes passives ETF-Portfolio, abgebildet durch einen Welt-ETF wie den Vanguard FTSE All-World oder durch eine Mischung aus einem MSCI-World-ETF und einem MSCI-Emerging-Markets-ETF im Verhältnis 90:10. Diese Portfolios kosten rund 0,18 % pro Jahr. Der Aufschlag von rund 0,52 Prozentpunkten fällt jedes Jahr an, unabhängig davon, ob die Reserve-Mechanik in diesem Jahr etwas beiträgt.

Steuerhebel: ausschüttungsgleiche Erträge

Der Fonds thesauriert, er schüttet also nichts aus. Trotzdem versteuerst du ihn im Depot jedes Jahr: Als Meldefonds meldet er der OeKB seine ausschüttungsgleichen Erträge, und darauf fallen 27,5 % KESt an, obwohl du keinen einzigen Anteil verkauft hast.

Wie hoch diese Erträge ausfallen, hängt daran, wie viel der Fonds im Jahr realisiert. Und hier trifft die Regime-Steuerung auf das Steuerrecht: Jedes Umschalten verkauft Anleihen und kauft Aktien oder umgekehrt, und jeder Verkauf mit Gewinn ist ein realisierter Gewinn. 2025 hat der Fonds den größten Teil seines Wertzuwachses tatsächlich realisiert: 79 % des Jahresergebnisses stammten aus verkauften Positionen, nur der Rest waren reine Buchgewinne.

In der Steuermeldung sieht das für einen Privatanleger so aus:

Ausschüttungen0,0000
Ausschüttungsgleiche Erträge (27,5% KESt)8,5946
davon aus realisierten Kursgewinnen6,3445
Abgeführte KESt2,1915
Korrektur der Anschaffungskosten+6,1642
Werte je Anteil in Euro, aus der Jahresmeldung vom 20.04.2026 für das Kalenderjahr 2025; Kennzahlen für die Einkommensteuererklärung von Privatanlegern. Quelle: OeKB-Fondsdatenservice.

Der Anteilswert lag zum Jahresende bei 165,19 Euro. Die 2,19 Euro KESt je Anteil sind damit 1,33 % des Fondswerts, fast das Doppelte dessen, was der Fonds selbst an laufenden Kosten verrechnet. Die Korrektur der Anschaffungskosten sorgt im Gegenzug dafür, dass dieselben Gewinne beim späteren Verkauf nicht noch einmal besteuert werden: Der Fonds hat keinen Steuernachteil eingebaut, im Depot zieht er die Besteuerung nur vor, und genau dieses Vorziehen kostet Zinseszins.

2025 war dabei ein außergewöhnliches Jahr, weil die Mechanik zweimal geschaltet hat. Im ruhigen Jahr 2024, das der Fonds durchgehend im Normalregime verbracht hat, lag die KESt bei 0,32 % des Anteilswerts. Über die letzten fünf Jahre waren es im Schnitt rund 0,8 % pro Jahr, und die Spanne zeigt, wie stark das schwankt.

KESt im Depot, in Prozent des Anteilswerts
KESt auf ausschüttungsgleiche ErträgeLaufende Kosten des Fonds
20210,68%
20220,84%
20230,69%
20240,32%
20251,33%
TER0,70%
KESt je Anteil laut Jahresmeldung, bezogen auf den Anteilswert zum jeweiligen Jahresende · laufende Kosten des Fonds 0,70 % p.a. · in der Nettopolizze entfällt die KESt, dafür kommen Tarifkosten und einmalig 4 % Versicherungssteuer auf Einzahlungen hinzu
Gemeldete Werte, keine Prognose

In der Nettopolizze gibt es diese jährliche Belastung nicht. Auf deine Erträge fällt keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung. Was der Fonds im Inneren umschichtet, bleibt ohne Steuerfolge, und das Geld, das im Depot jedes Jahr ans Finanzamt gegangen wäre, bleibt investiert.

Verfügbarkeit: Nettopolizze der ÖBV

Das Global Portfolio One bekommst du über jede Bank und jeden Broker ins Depot. In Österreich steht es zusätzlich in der Fondsliste der ÖBV, und zwar in beiden fondsgebundenen Tarifen: FOML-M für den Sparplan und FONE-M für den Einmalerlag.

AnbieterTarife mit dem Fonds in der Fondsliste
ÖBVFOML-M · FONE-M

Fondslisten sind nicht in Stein gemeißelt: Die Versicherer erweitern und überarbeiten sie laufend. Den aktuellen Stand siehst du in der Fondsliste auf der Anbieterseite der ÖBV; gelistet ist die Retail-Tranche (R) (T).

Welcher der beiden Tarife greift, ist dabei keine Geschmacksfrage, sondern hängt an deiner Einzahlungsform. FOML-M ist der Sparplan mit monatlichem Beitrag, FONE-M der Tarif für die einmalige Anlage, in den du später zuzahlen kannst. Beide sind im Vergleich gelistet und direkt abschließbar.

Weil das Global Portfolio One derzeit nur die ÖBV führt, bleibt nach der Fondsauswahl auch nur dieser eine Anbieter stehen. Der Rechner zeigt dir dann das projizierte Endkapital nach Kosten und Steuern für deine Eingaben. Mit welchen Annahmen er das tut, legen wir in der Rechenmethodik offen.

Allokation: was in die Polizze gehört

Die Versicherungssteuer von 4 % fällt auf jede Einzahlung an, unabhängig davon, was das Geld später verdient. Sie rechnet sich über die ersparte KESt, und die fällt umso größer aus, je höher der erwartete Ertrag der Anlage ist. Daraus folgt ein einfaches Prinzip: In die Polizze gehört der Teil des Portfolios mit dem höchsten Erwartungswert, der risikoarme Teil ist im Depot besser aufgehoben.

Beim Global Portfolio One lässt sich das nicht trennen, weil die Reserve im Fonds eingebaut ist. Wer die Strategie will, nimmt sie mit und zahlt die Versicherungssteuer auch auf den Teil, der konstruktiv wenig verdienen soll. Dagegen steht, dass gerade dieser Fonds durch seine Umschichtungen viel Steuer im Depot auslöst, die in der Polizze wegfällt.

Beide Effekte gehören zusammen betrachtet, und ihr Verhältnis hängt an der Laufzeit: Die Versicherungssteuer fällt einmal auf die Einzahlung an, die ersparte KESt wirkt in jedem Jahr, das du investiert bleibst. Für Geld, das du in wenigen Jahren wieder brauchst, passt eine Nettopolizze ohnehin nicht, die Details dazu stehen im Artikel zu Flexibilität und Auszahlung.

Quellen: Basisinformationsblatt und geprüfte Rechenschaftsberichte 2024 und 2025 der LLB Invest KAG zum GlobalPortfolioOne; Factsheet und Angaben des Anbieters auf globalportfolio-one.com; Jahresmeldung vom 20.04.2026 aus dem Fondsdatenservice der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB); InvFG 2011 (§ 186 Abs. 2 Z 1, § 58 Abs. 2); EStG 1988 (§ 27a); VersStG 1953 (§ 5 Abs. 5).

Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Die steuerliche Behandlung hängt von deinen persönlichen Verhältnissen ab und kann sich ändern; die gemeldeten Steuerwerte der Vergangenheit sind keine Prognose für künftige Jahre.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Global Portfolio One einfach erklärt?

Das Global Portfolio One ist ein weltweit anlegender Investmentfonds von Andreas Beck. Rund 80 % des Vermögens stecken über Index-ETFs in Aktien, rund 20 % in einer Investitionsreserve aus Anleihen und Gold. Fallen die Kurse stark, wandert diese Reserve in zwei Stufen in Aktien, bis zu einer Vollinvestition im Krisenregime.

Ist das Global Portfolio One ein ETF?

Nein. Es ist ein OGAW-Investmentfonds der LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft, der seinerseits in ETFs investiert. Du kaufst also einen Fonds, der ETFs hält, und nicht einen ETF.

Was kostet das Global Portfolio One?

Die laufenden Kosten betragen 0,70 % pro Jahr, die Kosten der enthaltenen ETFs sind darin bereits eingerechnet. Ein ETF-Weltportfolio aus MSCI World und MSCI Emerging Markets kostet in derselben ÖBV-Fondsliste rund 0,18 % pro Jahr. Einen Ausgabeaufschlag und eine erfolgsabhängige Gebühr gibt es nicht.

Kann ich das Global Portfolio One in Österreich ohne KESt besparen?

Ja. Der Fonds steht in der Fondsliste der provisionsfreien ÖBV-Nettopolizzen, im Sparplan-Tarif FOML-M und im Einmalerlag-Tarif FONE-M. Auf deine Erträge fällt dort keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung; einzige Steuer sind 4 % Versicherungssteuer auf die Einzahlungen.

Warum fällt beim Global Portfolio One im Depot so viel Steuer an?

Der Fonds ist Meldefonds und meldet der OeKB jedes Jahr seine ausschüttungsgleichen Erträge, auf die 27,5 % KESt anfallen, auch ohne Verkauf. Weil das Umschalten zwischen den Regimes Gewinne realisiert, fallen diese Erträge höher aus als bei einem reinen Indexfonds: Für 2025 waren es 8,59 Euro je Anteil, die KESt darauf betrug 1,33 % des Anteilswerts. In einer Nettopolizze entfällt diese jährliche Besteuerung.