FOML-M – Kosten
Fondsgebundene Lebensversicherungen tragen vier Kostenschichten: Versicherungssteuer, Abschluss- und Transaktionskosten (Alpha), laufende Verwaltungsgebühren (Beta) und Risikokosten. Beim ÖBV FOML-M als provisionsfreiem Nettotarif entfallen die Vermittlerprovisionen, die im Bruttotarif Alpha und Beta spürbar erhöhen.
Der aussagekräftigste Vergleichsmaßstab ist die Zinsminderung: Sie verdichtet alle Kostenebenen zu einer einzigen Kennzahl und macht Tarife transparent vergleichbar. Vorgeschrieben ist sie in der Kostentabelle nach Anlage 1 zur LV-InfoV 2018, unsere Musterkalkulationen basieren auf einer Renditeannahme von 6 % p.a.
Steuern
Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen in Österreich fällt keine Kapitalertragsteuer an – dafür die Versicherungssteuer von 4 %, die rückwärts aus der Bruttoprämie herausgerechnet wird: 100 € ÷ 1,04 = 96,15 € Nettoprämie. Über 40 Jahre mindert das die Rendite um ~ 0,16 % p.a.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich langfristig: ETF-Wechsel innerhalb der Polizze und auch die Auszahlungen bleiben vollständig KESt-frei – während ein normales Depot bei 6 % Rendite mit rund 1,65 % p.a. belastet würde. Die Versicherungssteuer ist damit kein Nachteil, sondern der Eintrittspreis für einen deutlich steuereffizienteren Mantel.
Abschluss- und Transaktionskosten
Als Nettotarif fallen hier ausschließlich die reinen Basis-Transaktionskosten von 1 % auf die laufende Nettosparprämie an – bezogen auf den Bruttobeitrag entspricht das exakt 0,96 %. Diese Kosten errechnen sich auf die Nettobeitragssumme der ersten 30 Jahre und werden in den ersten 5 Jahren dem Vertragsvolumen entnommen. Über 30 Jahre mindert das die Rendite um lediglich ø 0,07 % p.a. bei einem gleichbleibenden Sparplan.
Für Zuzahlungen außerhalb des Sparplans gelten ebenso 1 %, was bei einer Zuzahlung am Vertragsbeginn einer Renditeminderung von rund ø 0,03 % p.a. entspricht.
Verwaltungskosten
Die laufenden Kosten funktionieren ähnlich zur TER eines ETF und werden direkt dem Vertragsvolumen entnommen. ÖBV berechnet bei einer Vertragslaufzeit von 40 Jahren 0,13 % p.a. (0,52 % dividiert durch 4) der Nettobeitragssumme – die im Provisionstarif marktüblichen Folgeprovisionen von bis zu 1,00 % p.a. entfallen im ETF-Nettotarif vollständig. Diese Verwaltungskosten berechnen sich anhand der Laufzeit mit einem Maximalwert von 0,52 % bei 10-jährigen Verträgen; bei beispielsweisen 40 Jahren Laufzeit betragen diese 0,13 % pro Jahr.
Hinzu kommen fixe Stückkosten von 3 € pro Monat (36 € p.a.). In Summe ergibt sich daraus eine Renditeminderung von 0,17 % bis 0,50 % p.a. – je höher die Sparrate und je länger der Anlagehorizont, desto weniger fallen die Verwaltungskosten prozentual ins Gewicht.
Risikokosten
ÖBV leistet im Todesfall stets 105 % des Fondsguthabens, wofür laufend Risikoprämien nach der Österreichischen Sterbetafel 2010/2012 (unisex mod) anfallen. Die absoluten Risikokosten steigen naturgemäß mit Alter und Vertragsguthaben. Basierend auf unseren Musterberechnungen liegen sie bei ø 0,04 % bis 0,20 % p.a.
Tatsächliche Gesamtkosten
Der vollständige Versicherungsmantel – Steuern, Transaktionen, Verwaltung und Risiko zusammen – kostet im Nettotarif durchschnittlich nur 0,30 % bis 0,75 % p.a. an Rendite.
Rechnet man die internen ETF-Kosten (z. B. 0,20 % p.a. TER) hinzu, ergibt sich eine Gesamtzinsminderung von schlanken 0,50 % bis 0,95 % p.a. – bei einer angenommenen Marktrendite von 6 %. Je besser die Märkte performen, desto weniger fällt die Kostenquote ins Gewicht.