8 Vorteile von Dimensional Fund Advisors
Dimensional Fund Advisors (DFA) ist kein klassischer aktiver Fondsmanager, der versucht, den Markt durch „Stock-Picking“ oder Timing zu schlagen. DFA ist aber auch kein reiner ETF-Anbieter, der stur einen Index nachbildet.
Stattdessen nutzt Dimensional einen evidenzbasierten, wissenschaftlichen Ansatz. Basierend auf der Forschung von Nobelpreisträgern (wie Eugene Fama) strukturiert DFA die Portfolios so, dass wissenschaftlich belegte Renditetreiber höher gewichtet werden als im breiten Marktindex.
1. Wissenschaft statt Spekulation
Während klassische Fondsmanager versuchen, die „nächste Amazon“ zu finden (Stock-Picking), verlässt sich Dimensional ausschließlich auf finanzwissenschaftliche Daten. Die Strategie basiert direkt auf der Kapitalmarktforschung der Ökonomen Eugene Fama (Wirtschaftsnobelpreis 2013) und Kenneth French. Der Grundsatz: Märkte sind effizient. Es lohnt sich nicht, gegen den Markt zu wetten. Es lohnt sich aber, die Struktur des Marktes zu nutzen, um systematisch höhere Erträge abzuschöpfen.
2. Factor Investing
Dimensional gewichtet Unternehmen nicht einfach nach Marktgröße (wie der MSCI World), sondern nach vier wissenschaftlich belegten Faktoren, die historisch eine höhere Rendite liefern („Prämien“).
- Size (Größe): Kleinere Unternehmen (Small Caps) haben historisch höhere Renditen als riesige Konzerne.
- Value (Substanz): Günstig bewertete Firmen (niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis) performen langfristig besser als „teure“ Mode-Aktien.
- Profitability (Rentabilität): Firmen mit hohen operativen Gewinnen schlagen solche mit niedrigen.
- Investment (Asset Growth): Firmen, die ihr Vermögen konservativ verwalten, schlagen oft jene, die aggressiv expandieren.
DFA „identifiziert“ diese Aktien nicht per Bauchgefühl, sondern filtert und gewichtet das gesamte Marktuniversum systematisch nach diesen Kennzahlen.
3. Hohe Beständigkeit
Ein oft übersehener, aber massiver Vorteil: Dimensional hat noch nie einen Fonds geschlossen, weil die Strategie nicht funktionierte. In der Welt der aktiven Fonds werden permanent „Verlierer-Fonds“ geschlossen oder mit anderen verschmolzen, um die schlechte Historie zu vertuschen. Dass DFA-Strategien seit Gründung (1981) durch alle Krisen hindurch Bestand haben, beweist, dass die wissenschaftliche Basis robust ist und nicht von kurzfristigen Trends abhängt.
4. Extreme Diversifikation
Ein klassischer MSCI World ETF enthält ca. 1.300 Aktien. Das klingt viel, aber die Top-10-Aktien (meist US-Tech-Giganten) machen oft über 20 % des Wertes aus. Ein globaler Dimensional Fonds (z. B. World Core Equity) hält oft über 10.000 bis 12.000 verschiedene Aktien. Das Ergebnis: Du bist weniger abhängig von der Entwicklung einzelner Megakonzerne. Wenn Apple oder Microsoft straucheln, fängt das extrem breite Portfolio den Schlag besser ab.
5. Flexibler Handel
Das ist der größte technische Unterschied zum ETF. Ein ETF muss handeln: Wenn eine Aktie in den Index aufsteigt, muss der ETF sie genau an diesem Tag kaufen – egal zu welchem Preis. Das treibt die Preise hoch und kostet Rendite.
DFA darf warten: Da Dimensional keinen Index stur kopiert, können die Händler warten, bis der Preis günstig ist oder genügend Liquidität da ist. Dieser geduldige Handel spart Transaktionskosten, die dem Anleger direkt als Rendite zugutekommen.
6. Verzicht auf Prognosen
Dimensional Fondsmanager versuchen nie vorherzusagen, wohin die Zinsen gehen oder wie die nächste Wahl ausgeht. Die Philosophie ist: Informationen sind bereits im Preis enthalten. Wer versucht, den Markt zu „timen“ (Rein-Raus-Strategie), verpasst statistisch gesehen fast immer die besten Tage des Jahres, die für den Großteil der langfristigen Rendite verantwortlich sind.
7. Kosteneffizienz
Auf dem Papier wirken Dimensional Fonds mit einer TER (Gesamtkostenquote) von ca. 0,25 % bis 0,40 % teurer als billige ETFs (0,10–0,20 %). Aber: Entscheidend ist die Rendite nach Kosten. Durch die Faktor-Prämien (Mehrrendite) und die deutlich geringeren Handelskosten (siehe Punkt 5) ist die Netto-Rendite für den Anleger oft höher. Du zahlst etwas mehr für das Management, bekommst aber durch die intelligente Strukturierung mehr heraus.
8. Der perfekte Motor für den Zinseszins
Dimensional-Fonds generieren ihre Rendite nicht nur durch Kursgewinne, sondern durch eine Struktur, die oft hohe interne Erträge (ausschüttungsgleiche Erträge) erzeugt.
Der Vorteil: In einer steuerschonenden Hülle (Nettopolizze) wirkt diese Eigenschaft wie ein Turbo. Bei der Nettopolizze fällt auf die Erträge keine KESt an – weder laufend noch bei der Auszahlung. Ausschüttungsgleiche Erträge (AgE) fallen hier gar nicht erst an, sodass diese hohen Brutto-Erträge voll weiterarbeiten (Zinseszins). Nur bei einer vorzeitigen Kündigung oder größeren Entnahmen vor Ablauf der Bindefrist kommt es zu einer Nachversteuerung.
Der Vergleich macht es deutlich: Während herkömmliche ETFs im Privatdepot durch die laufende Besteuerung ausgebremst werden, kann die Dimensional-Strategie ihre Stärken im steueroptimierten Versicherungsmantel voll ausspielen. Du profitierst von einer Anlagequalität auf dem Niveau institutioneller Investoren – ideal geeignet für deinen langfristigen, steueroptimierten Vermögensaufbau.
Gibt es Nachteile?
Wer in Dimensional Fonds investiert, muss verstehen, dass die Strategie Disziplin und die richtige steuerliche Verpackung erfordert.
- Die Steuer-Falle im Privatdepot (AgE): Es gibt mittlerweile zwar frei handelbare Dimensional ETFs, doch Vorsicht beim Kauf über Flatex & andere Broker: Diese ETFs produzieren oft hohe ausschüttungsgleiche Erträge (AgE). Im Privatdepot musst du diese Erträge sofort versteuern, obwohl dir kein Geld zufließt. Das frisst Liquidität und bremst den Zinseszins. Daher kann eine Nettopolizze für DFA-Fonds besonders sinnvoll sein – vor allem bei langem Anlagehorizont und wenn die laufende AgE-Besteuerung im Privatdepot den Zinseszins spürbar bremsen würde.
- Tracking Error (Geduldsprobe): Faktoren wie Value oder Small Cap laufen nicht immer synchron zum Markt. Es kann Phasen geben (wie den Tech-Boom), in denen dein DFA-Portfolio dem MSCI World hinterherhinkt. Diese „Prämien“ erntet man statistisch nur über lange Zeiträume (15+ Jahre).
- Kosten: Die TER liegt mit ca. 0,25 % bis 0,40 % etwas höher als bei den billigsten „Plain Vanilla“ ETFs (0,07 %). Diese Kosten müssen durch die Faktor-Überrendite erst verdient werden.
Quellen: Dimensional Fund Advisors; Fama/French – „A Five-Factor Asset Pricing Model" (2015); EStG 1988 (§ 27a); VAG 2016 (§ 300).
Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar.