fynup und nettopolizze.at im Vergleich

Alex Stiglitzvon Alex Stiglitz
Stand: 14.08.2026

fynup ist eine digitale Finanzberatung aus Wien und einer der bekanntesten Namen, wenn es in Österreich um provisionsfreie Finanzberatung und Geldanlage geht. Auch nettopolizze.at arbeitet provisionsfrei, aber mit einem anderen Modell.

Dieser Artikel zeigt, was beide Wege gemeinsam haben, wo die Unterschiede liegen und für wen welcher Weg passt.

fynup: Beratung auf Honorarbasis

Die fynup GmbH aus Wien ist eine digitale Honorarberatung: Statt über Provisionen aus vermittelten Produkten finanziert sie sich über ein Honorar, das du direkt bezahlst. Die ersten 30 Minuten Beratung sind kostenlos, danach nennt fynup 49 € je 15 Minuten. Die Vermittlung einer Nettopolizze kostet mindestens 399 €, die Prüfung eines bestehenden Vertrags 169 €.

Kern des Angebots ist ein eigener Rechner auf fynup.at, der Finanzprodukte über alle Kostenebenen hinweg vergleicht, dazu kommen Webinare und eine gemeinsame Studie mit der Arbeiterkammer Wien. Am Ende der Beratung, die auch KI-gestützt erfolgen kann, steht eine konkrete Produktempfehlung.

nettopolizze.at: Vergleichen, konfigurieren, verwalten

nettopolizze.at ist die Plattform der 2invest GmbH aus Wien, gegründet 2025 mit dem Ziel, KESt-freies ETF-Investieren über eine Nettopolizze so einfach zu machen wie das Investieren beim Online-Broker. Am Anfang steht deshalb kein Beratungstermin, sondern der Vergleich: Er rechnet die Tarife der Top-Anbieter mit deiner Sparrate, deinem Alter und deiner Laufzeit durch und stellt das Endkapital nach Kosten und Steuern in Echtzeit nebeneinander, mit integrierter ETF-Suche.

Eine Besonderheit dabei: Die Risikokosten rechnen wir altersgenau mit den tatsächlichen Sterbetafeln, auf die die Versicherer in ihren Tarifbedingungen verweisen; uns ist kein anderer Vergleichsrechner bekannt, der sie so exakt abbildet. Validiert sind die Ergebnisse an den rechtlich vorgeschriebenen Hochrechnungen der Versicherer, und die komplette Rechenmethodik liegt offen, inklusive Open-Source-Download der Berechnungslogik.

Herzstück ist danach die App: Du konfigurierst deine Polizze online, unterschreibst rechtssicher mit ID Austria und verwaltest den Vertrag danach mit wenigen Klicks. Provision fließt keine, bezahlt wird die Plattform einmalig über die Servicepauschale: 299 € im DIY-Paket inklusive App-Verwaltung, in Plus und Pro kommt eine umfangreiche persönliche Beratung bei der Konfiguration dazu.

Was uns einzigartig macht, in drei Schritten. Erstens der Vergleich, der alles einrechnet: Was nach Kosten und Steuern übrig bleibt, siehst du für jeden Tarif sofort; sogar die Risikokosten rechnen wir mit den tatsächlichen Sterbetafeln. Zweitens eine Servicepauschale, alles drin: ab 299 Euro einmalig und ganz ohne Provisionen; du konfigurierst online und unterschreibst mit ID Austria, im DIY-Paket selbst, in Plus und Pro mit persönlicher Beratung. Drittens ETF-Investieren wie beim Broker, nur ohne KESt: ETFs wechseln, zuzahlen, entnehmen mit wenigen Klicks; die Verwaltung ist kostenlos, und die App zeigt dir jede Spielregel deiner Polizze.
Was uns einzigartig macht

Gemeinsam: Hülle, Steuer, Honorarmodell

Die Gemeinsamkeiten sind größer, als ein Vergleichsartikel vermuten lässt. Beide Modelle vermitteln denselben Produkttyp: eine provisionsfreie fondsgebundene Lebensversicherung. Beide verzichten auf Abschluss- und Bestandsprovisionen und machen ihre Vergütung offen sichtbar, als Honorar bei fynup, als einmalige Servicepauschale bei uns. Unser DIY-Paket kostet 299 € und ist damit konkurrenzlos günstig in Österreich.

Auch der Steuervorteil ist identisch, denn er hängt an der Hülle, nicht am Anbieter: Du zahlst einmalig 4 % Versicherungssteuer auf deine Einzahlungen. Auf deine Erträge fällt keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung, und Fondswechsel innerhalb der Polizze bleiben steuerfrei. Die Details stehen im Artikel zum Steuervorteil.

Sogar beim Versicherer gibt es eine Überschneidung: Die Standard-Life-Tarife, auf denen fynups Empfehlungen aufsetzen, stehen auch in unserem Vergleich und sind dort direkt abschließbar. Umso genauer lohnt sich der Blick auf das, was wirklich unterschiedlich ist.

Doppel-Nettopolizze: Fondsauswahl statt Produkt

fynup bewirbt prominent das Konzept einer Doppel-Nettopolizze und definiert sie als „Kombination aus Nettopolizzen mit Clean-Shares und ETFs". Doppelt provisionsfrei heißt: Die Hülle ist eine Nettopolizze ohne Vertriebsprovisionen, und auch die aktiven Fonds darin sind provisionsfreie Tranchen. ETFs haben generell keine Provisionen.

Clean Shares sind institutionelle Anteilsklassen aktiv gemanagter Fonds, aus denen die Bestandsprovision bereits herausgerechnet ist. Normalerweise stehen sie erst ab Millionenbeträgen offen; über die Fondsliste einer Polizze werden sie auch für Privatanleger zugänglich.

Technisch ist die Doppel-Nettopolizze damit kein eigenes Produkt, sondern eine Fondsauswahl innerhalb einer bestehenden Polizze. Auf fynups Seiten zur Doppel-Nettopolizze sind die Referenztarife B-Smart Invest SE und ParkAllee SE von Standard Life. Beide stehen auch in unserem Vergleich; die Hülle ist also dieselbe, nur der Inhalt wird anders bestückt.

Wichtig dabei: Die Clean-Share-Tranchen sind beim Versicherer wählbar. Auch bei uns geht das, auf Anfrage nehmen wir sie über den Support in deinen Fondswechsel auf. Auf unserer Plattform führen wir nur ETFs, und das ist keine technische Grenze, sondern eine bewusste Entscheidung. Warum, zeigt die Datenlage.

Clean Shares: Provisionsfrei heißt nicht günstig

Die Clean Share entfernt die Bestandsprovision, nicht die Kosten des aktiven Managements. Die Verwaltungsgebühr eines aktiv gemanagten Aktienfonds bleibt auch in der institutionellen Tranche deutlich über den Kosten breiter ETFs. Dieser Aufschlag fällt jedes Jahr an und ist sicher; die Mehrrendite, die ihn verdienen müsste, ist es nicht.

Wie oft das gelingt, misst der SPIVA Report von S&P seit über 25 Jahren: Über 15 Jahre schlagen 92,70 % der aktiv gemanagten internationalen Aktienfonds ihren Vergleichsindex nicht, nach Kosten. Und die wenigen, die vorn liegen, bleiben es selten: Vergangene Spitzenplätze sagen künftige nicht voraus.

Dazu kommt ein Auswahlproblem: In die Fondslisten der Versicherer kommen aktive Fonds meist erst, nachdem sie gut gelaufen sind, also genau dann, wenn eine Wiederholung statistisch am unwahrscheinlichsten ist. Die vollständige Datenlage mit allen Zahlen und Charts haben wir im Artikel zur Doppel-Nettopolizze aufbereitet.

Unsere Haltung ist deshalb klar: Aus empirischer Sicht raten wir von Clean Shares für die Altersvorsorge ab. Der Kostenvorteil der Tranche ändert nichts am Managementrisiko, und ein Risiko, für das der Markt im Schnitt keine Mehrrendite zahlt, gehört nicht in eine prognosefreie, empirisch gestützte Geldanlage.

Bevormunden wollen wir dabei aber niemanden: Wer die Doppel-Nettopolizze bewusst haben will, dem richten wir sie gerne ein. Wir empfehlen sie aufgrund der Kapitalmarktforschung nur nicht aktiv.

Abschluss: Empfehlung oder Vergleich

Der zweite Unterschied zeigt sich beim Abschluss. Bei fynup steht am Ende der Beratung eine Empfehlung, und die Referenztarife der Doppel-Nettopolizze sind die beiden Standard-Life-Tarife: B-Smart Invest SE für den Sparplan, ParkAllee SE für den Einmalerlag. Bei uns beginnt alles im Vergleich: dieselben zwei Tarife, gerechnet neben den provisionsfreien Tarifen weiterer Versicherer, und jede Top-Nettopolizze aus dem Vergleich ist direkt abschließbar.

Ob Standard Life für dich die beste Wahl ist, ist eine individuelle Frage: Das Ergebnis hängt an Sparrate, Alter, Laufzeit und Einzahlungsform. Und genau das ist der Punkt: Du musst es nicht glauben, du kannst es nachrechnen. Unser Rechenkern ist Open Source und rechnet die Risikokosten altersgenau mit ein.

Verwaltung wie beim Online-Broker

Für uns ist die App das Herzstück des ganzen Modells. Eine Polizze ist klassisch ein Produkt, das man abschließt und jahrzehntelang nicht mehr anfasst, weil jede Änderung über Formulare, Anträge und Wartezeiten läuft und der Stand einmal im Jahr per Brief kommt. Unsere App macht daraus Selbstbedienung mit wenigen Klicks, so einfach wie beim Online-Broker, nur eben in der KESt-freien Steuerhülle.

Konkret heißt das: ETFs umschichten, die Aufteilung deiner Beiträge ändern, Sparrate anpassen oder pausieren, zuzahlen, Kapital entnehmen, Bankverbindung oder Bezugsrechte ändern, Dokumente abrufen. Alles direkt in der App, ohne Papierkram.

Dazu übersetzt die App die rechtlichen Eigenheiten deiner Polizze in klare Ansagen, individuell für deinen Vertrag berechnet: wie viel du maximal zuzahlen kannst, wie weit sich deine Sparrate in den ersten Jahren verändern darf und ob eine Entnahme ohne Nachversteuerung möglich ist. Was sonst tief im Bedingungswerk steht, siehst du bei uns als konkrete Zahl.

Für wen passt was

fynup passt zu dir, wenn du eine breite Finanzberatung suchst: jemanden, der auch bestehende Verträge prüft, deine Fragen im Gespräch beantwortet und am Ende eine konkrete Empfehlung ausspricht. Auch wer aktiv gemanagte Fonds als Clean Shares bewusst haben will, ist dort gut aufgehoben. Worauf du bei der Auswahl eines Finanzberaters generell achten solltest, steht in unserem Ratgeber zu Honorarberatern.

nettopolizze.at passt zu dir, wenn du selbst entscheiden willst: die provisionsfreien Tarife nebeneinander, gerechnet mit deinen Zahlen, der Abschluss digital mit ID Austria und die Verwaltung danach in der App. Persönliche Beratung gibt es bei uns auch, in den Paketen Plus und Pro, und dort bewusst für genau eines: die optimale Konfiguration deiner Nettopolizze.

Die gute Nachricht zum Schluss: Egal, welcher Weg besser zu dir passt, du landest in beiden Fällen in einer provisionsfreien Nettopolizze und damit steuerlich auf derselben Seite. Die teure Alternative sind nicht fynup oder wir, sondern Provisionsprodukte, in denen ein großer Teil deiner Beiträge in den Vertrieb fließt.

Quellen: Konzept- und Produktseiten von fynup zur Doppel-Nettopolizze sowie die dort genannten Honorar-Angaben, abgerufen am 10.08.2026; S&P Dow Jones Indices, SPIVA Scorecard und Persistence Scorecard (Year-End 2025); Tarif-Ranking aus unserem Vergleichsrechner mit den im Text genannten Annahmen; EStG 1988 (§ 27a); VersStG 1953 (§ 5 Abs. 5).

Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Alle Angaben zu fynup stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen zum genannten Abrufdatum und können sich ändern. Modellrechnungen und Vergleichsergebnisse sind keine Renditeprognose; dein Ergebnis hängt von deinen Eingaben ab.

Häufig gestellte Fragen

Ist fynup seriös?

Ja. fynup ist eine etablierte digitale Honorarberatung aus Wien, die provisionsfreie Produkte vermittelt und unter anderem eine gemeinsame Studie mit der Arbeiterkammer Wien veröffentlicht hat. Dieser Artikel vergleicht die Modelle, nicht die Seriosität: Beide Wege führen zu einer provisionsfreien Nettopolizze.

Was ist eine Doppel-Nettopolizze?

fynup bezeichnet damit die Kombination einer provisionsfreien Nettopolizze mit provisionsfreien Fondstranchen (Clean Shares) und ETFs. Es ist kein eigenes Produkt, sondern eine Nettopolizze mit einer bestimmten Fondsauswahl; die Referenztarife dahinter sind bei fynup die von Standard Life.

Ist der Steuervorteil bei fynup und nettopolizze.at gleich?

Ja. Die Steuerhülle ist dieselbe: Du zahlst 4 % Versicherungssteuer auf deine Einzahlungen, auf deine Erträge fällt keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung. Der Unterschied liegt in der Fondsauswahl und im Abschlussweg, nicht in der Steuer.

Kann ich die Standard-Life-Tarife auch bei nettopolizze.at abschließen?

Ja. B-Smart Invest SE (Sparplan) und ParkAllee SE (Einmalerlag) stehen in unserem Vergleich neben den provisionsfreien Tarifen weiterer Versicherer und sind direkt abschließbar, digital mit ID Austria.

Gibt es Clean Shares auch bei nettopolizze.at?

Ja: Die Clean-Share-Tranchen sind beim Versicherer wählbar, und auf Anfrage nehmen wir sie gerne über unseren Support in den Fondswechsel auf. Wir empfehlen sie aufgrund der Kapitalmarktforschung nur nicht aktiv: Über 90 % der aktiv gemanagten internationalen Aktienfonds schlagen ihren Vergleichsindex langfristig nicht; in unserer App führen wir deshalb ETFs.