froots und nettopolizze.at im Vergleich
froots ist eine digitale Vermögensverwaltung aus Wien und bietet seit Juni 2026 mit „Vorsorge ohne KESt" auch eine eigene provisionsfreie Nettopolizze an. Beide Wege führen damit in dieselbe Steuerhülle, unterscheiden sich aber bei Preis und Betreuung grundlegend.
Dieser Artikel legt beide Modelle nebeneinander: Gebühren, Steuerung, Verwaltung, und für wen welcher Weg passt.
froots: Vermögensverwaltung mit zwei Wegen
Die Asset Management by froots GmbH aus Wien betreibt unter froots.io eine digitale Vermögensverwaltung, gegründet 2020. Das Kerngeschäft ist ein verwaltetes ETF-Depot: froots stellt das Portfolio zusammen, überwacht es laufend und verrechnet dafür eine All-in-Gebühr von maximal 1 % pro Jahr auf das verwaltete Vermögen, die mit steigender Anlagesumme und mit den Jahren als Kunde sinkt, plus im Schnitt 0,17 % Produktkosten.
Seit Juni 2026 gibt es mit „Vorsorge ohne KESt" einen zweiten Weg: eine provisionsfreie Nettopolizze ohne Vertriebsprovisionen, ab 100 € monatlich oder 5.000 € einmalig, verwaltet vom froots-Investmentteam. Welcher Versicherer hinter der Polizze steht, nennt froots laut eigener FAQ erst im persönlichen Termin.
Am Verkauf der Polizze verdient froots dabei nichts, Einstiegs- oder Abschlusskosten gibt es keine. Bezahlt wird das Modell laufend über die Vermögensgebühr: 0,5 % pro Jahr für froots und 0,5 % Produktkosten der Versicherungshülle, zusammen 1 % auf die veranlagte Summe; dazu kommen ETF-Kosten, Risikokosten und die Versicherungssteuer.
nettopolizze.at: Vergleichen, konfigurieren, verwalten
Hinter nettopolizze.at steht die 2invest GmbH aus Wien, gegründet 2025 mit einem klaren Ziel: KESt-freies ETF-Investieren über eine Nettopolizze so einfach zu machen wie beim modernen Online-Broker. Herzstück ist die App: Darin konfigurierst du deine Polizze, schließt mit ID Austria ab und verwaltest sie danach mit wenigen Klicks, ohne Formulare und ohne Papierkram.
Am Anfang steht der Vergleich: Er rechnet die Tarife der Top-Anbieter mit deinen Eingaben und integrierter ETF-Suche durch und stellt das Endkapital nach Kosten und Steuern in Echtzeit nebeneinander, die Risikokosten altersgenau mit den tatsächlichen Sterbetafeln der Versicherer. Die komplette Rechenmethodik liegt offen, inklusive Open-Source-Download der Berechnungslogik.
Am Abschluss verdienen wir keine Vertriebsprovision. Bezahlt wird die Plattform einmalig über die Servicepauschale: 299 € im DIY-Paket, konkurrenzlos günstig in Österreich und inklusive App-Verwaltung; in Plus und Pro kommt eine umfangreiche persönliche Beratung bei der Konfiguration dazu. Laufend bleiben nur die tatsächlichen Kosten der gewählten Polizze, ETF-Kosten und Versicherungssteuer.
Gemeinsam: dieselbe Steuerhülle
Die „Vorsorge ohne KESt" von froots ist derselbe Produkttyp wie unsere Tarife, eine provisionsfreie fondsgebundene Lebensversicherung mit ETFs. Und froots argumentiert dafür mit denselben Punkten wie wir: keine Vertriebsprovisionen, niedrige Produktkosten, der Steuervorteil der Hülle.
Dieser Steuervorteil ist bei beiden identisch, denn er hängt an der Hülle, nicht am Anbieter: Du zahlst einmalig 4 % Versicherungssteuer auf deine Einzahlungen. Auf deine Erträge fällt keine KESt an, auch nicht bei der Auszahlung, und Umschichtungen innerhalb der Polizze bleiben steuerfrei. Die Details stehen im Artikel zum Steuervorteil.
Wer zwischen beiden wählt, entscheidet also nicht über die Steuer. Er entscheidet über zwei andere Dinge: wie er bezahlt und wer steuert.
Kern-Unterschied: Laufende Gebühr oder einmalige Pauschale
Prozentuale Kosten hat auch eine Nettopolizze bei uns, das ist bei einer Fondspolizze normal. Es kommt auf die Höhe an: Die Versicherungshülle bei froots kostet 0,5 % pro Jahr, dazu kommt die Vergütung von 0,5 % für froots, zusammen 1 % jährlich auf die veranlagte Summe. Bei uns fällt die Servicepauschale genau einmal an, laufend bleiben nur die Kosten der gewählten Polizze.
Was das für deine Rendite bedeutet: Von 8 % Bruttorendite bleiben dir im Beispiel unten nach allen Kosten und der Versicherungssteuer bei uns 7,34 %, bei froots 6,63 %. Diesen Abzug nennt man Zinsminderung, hier 0,658 % gegenüber 1,371 % pro Jahr. Baustein für Baustein sieht das so aus, mit gleichgesetzten Fondskosten, Steuern und Risikokosten. Je symmetrischer eine Zeile, desto ähnlicher sind sich beide Wege; der Unterschied liegt fast vollständig in der laufenden Verwaltung:
Der strukturelle Unterschied ist wichtiger als jede einzelne Zahl: Prozentuale Verwaltungskosten wachsen mit deinem Kapital. Bei 100.000 € veranlagter Summe sind 1 % genau 1.000 € im Jahr, bei 300.000 € sind es 3.000 €, und zwar jedes Jahr aufs Neue, gerade dann am meisten, wenn dein Portfolio gut gelaufen ist. Die einmalige Pauschale bleibt dagegen, was sie ist, egal wie groß dein Vermögen wird.
In der Gebühr von froots steckt eine laufende Vermögensverwaltung, das Investmentteam betreut dein Portfolio über die Jahre. In unseren Servicepaketen wählst du dein Portfolio selbst, aus einer breiten ETF-Auswahl oder mit unseren kuratierten ETF-Weltportfolios als Startpunkt. Was dir diese Betreuung wert ist, ist damit die eigentliche Preisfrage.
Verwalten lassen oder selbst steuern
Bei froots steuert das Investmentteam: Es gewichtet Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs und teilweise Gold, passt das Portfolio laufend an und beschreibt den eigenen Ansatz als systematisch und ausdrücklich prognosefrei. Wer will, kann auch zu 100 % in Aktien investieren. Genau diese laufende Steuerung ist ein Teil dessen, was die Vermögensgebühr bezahlt.
Ökonomisch gilt trotzdem: Jede Steuerung muss ihre Kosten erst einspielen, bevor sie einen Vorteil bringt, und zwar jedes Jahr aufs Neue. Der Kostennachteil steht von Anfang an fest, der Steuerungsvorteil nicht: 0,5 % pro Jahr muss die Steuerung mindestens zusätzlich erwirtschaften, damit sie sich gegenüber einem breit gestreuten ETF-Portfolio in einer reinen Nettopolizze auszahlt.
Bei uns entfällt diese Hürde: Du wählst breit gestreute ETFs selbst, und die App macht das Halten so bequem wie das Handeln beim Online-Broker. Fondswechsel, Zuzahlungen, Entnahmen und Dokumente erledigst du ohne Papierkram, und die rechtlichen Besonderheiten deiner Polizze zeigt dir die App individuell berechnet an.
Depot oder Polizze: Die Frage vor der Anbieterfrage
Der zweite Weg von froots bleibt das verwaltete Depot, mit einer Kostenquote von maximal 1 % pro Jahr. Für manche Ziele ist das die richtige Hülle: Geld, das schon in wenigen Jahren gebraucht wird, gehört nicht in eine Polizze, denn deren Steuervorteil setzt eine Mindestlaufzeit voraus. Diese Freiheit kostet im Depot 27,5 % KESt auf Ausschüttungen und realisierte Gewinne. Wer zum großen Teil in Aktien oder Aktien-ETFs investiert, braucht ohnehin einen Anlagehorizont von 15 Jahren und mehr.
Für die langfristige Vorsorge dreht sich das Bild: Die Nettopolizze tauscht die laufende KESt gegen einmalig 4 % Versicherungssteuer auf die Einzahlungen, und je länger der Zinseszins ungestört läuft, desto größer wird dieser Vorteil. Den vollständigen Vergleich der beiden Hüllen findest du unter Fondspolizze vs. Depot, die Laufzeit- und Auszahlungsregeln im Artikel zu Flexibilität und Auszahlung.
Für wen passt was
froots passt zu dir, wenn du dein Portfolio nicht selbst steuern willst: Du gibst die Entscheidung an ein Investmentteam ab, bekommst laufende Betreuung und bezahlst dafür einen Prozentsatz deines Vermögens, im Depot wie in der Polizze. Wer genau diese Begleitung sucht, findet bei froots eine etablierte, provisionsfreie Lösung.
nettopolizze.at passt zu dir, wenn du selbst entscheiden willst: die provisionsfreien Tarife der Top-Anbieter nebeneinander, gerechnet mit deinen Zahlen, der Abschluss digital mit ID Austria, danach die kostenlose Verwaltung in der App. Beratung gibt es bei uns auch, in den Paketen Plus und Pro, fokussiert auf die optimale Konfiguration deiner Nettopolizze.
Und die gute Nachricht bleibt: Egal, welcher Weg besser zu dir passt, beide sind provisionsfrei und nutzen dieselbe Steuerhülle. Die teure Alternative sind die klassischen Provisionsprodukte, gegen die froots genauso argumentiert wie wir.
Quellen: Produktseite, FAQ und Kostenseite von froots (froots.io), abgerufen am 10.08.2026; Presseaussendung zum Produktstart „Vorsorge ohne KESt" vom 03.06.2026 (OTS); unsere Rechenmethodik mit den Zinsminderungs-Werten je Tarif; EStG 1988 (§ 27a); VersStG 1953 (§ 5 Abs. 5).
Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Alle Angaben zu froots stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen zum genannten Abrufdatum und können sich ändern. Modellrechnungen und Vergleichswerte sind keine Renditeprognose; dein Ergebnis hängt von deinen Eingaben ab.